Árpád Mühle

* 7. November 1870 in Sinaia (Rumänien, Österreich-Ungarn) † 22. Juli 1930 ebenda

von Eduard Schneider

Leben und Werk

Árpád Mühle entstammte der bekannten, im 19. Jahrhundert aus Böhmen eingewanderten Temeswarer Kunstgärtnerfamilie Niemetz-Mühle. Er war der ältere Sohn des Gärtners, Fachbuchautors und Herausgebers der Rosenzeitung Wilhelm Mühle des Älteren, Bruder des Globetrotters Wilhelm Mühle des Jüngeren und Vater von Ernest Mühle. Nach dem Besuch des Temeswarer Piaristen-Gymnasiums, Abitur 1888, erhielt Mühle eine Ausbildung in der väterlichen Gärtnerei. Studienreisen führten ihn nach Deutschland, in die Niederlande, nach Luxemburg und in die USA. 1898 übernahm er den Familienbetrieb in Temeswar (rum. Timișoara, ung. Temesvár). 1912 wurde Mühle kaiserlich und königlicher Kommerzienrat und 1916 Präsident der Gartenfreunde. Mühle war ein erfolgreicher Züchter von Canna und Rosen (u. a. Wilhelm-Bölsche-Rose, Banater Rose) und verfasste mehrere Fachbücher über Hortikultur, unter anderem Mühle’s Rosenbuch (1916). Nach seinen Entwürfen entstanden der Rosengarten und andere Gartenanlage, die Temeswar den Namen einer „Stadt der Parks“ eintrugen. In Rumänien führte er die Steingartenkultur ein, war bei der Gestaltung öffentlicher Parks in Bukarest (Cişmigiu) und Sinaia beteiligt und wirkte unter anderem bei der Errichtung eines Prachtgartens auf der Insel Pringipo im Marmara-Meer mit, wofür er vom Sultan mit dem Medjidie-Orden ausgezeichnet wurde. In München, wo er gelegentlich Gast Franz von Stucks war, ließ sich der Malerfürst bei der Gestaltung des Gartens seiner berühmten Villa von ihm beraten. Den Künstler hatte Mühle auf einer Mittelmeerkreuzfahrt kennengelernt, über die er in der Reiseschilderung Aus sonnigen Landen (1911) berichtete.

Werke

Prosa und Gedichte

  • Aus sonnigen Landen. Reisebriefe einer Sommerfahrt. Temeswar, 1911 (Verlagsangabe fehlt).
  • Wegeblumen auf froher Wanderschaft gepflückt. Gedichte. Temeswar, 1931 (Verlagsangabe fehlt). [postum hg. von Viktor Orendi Hommenau].

Fachliteratur

  • Die schönsten Blatt- und Florpflanzen. Deren Zucht und Pflege. Temeswar, 1908 (Verlagsangabe fehlt).
  • Die Kultur der Chrysanthemen. Temeswar, 1908 (Verlagsangabe fehlt).
  • Das Geschlecht der Canna. Deren Geschichte, Cultur und Anzucht. Temeswar, 1909 (Verlagsangabe fehlt).
  • Mühle’ Rosenbuch. Temeswar, 1916 (Verlagsangabe fehlt).

Sekundärliteratur

  • Anton Peter Petri: Lexikon des Banater Deutschtums. Marquardtstein, Breit, 1992, S. 1300–1302.
  • Eduard Schneider (Hg.): Literatur in der „Temesvarer Zeitung“ (1918–1949). Einführung, Texte, Bibliographie. München, IKGS, 2003, S. 57, 65 u. 415–417 [Bibliographie auf der beigelegten CD-ROM].

Weblinks


Zitation

Eduard Schneider: Árpád Mühle. In: Donau-Karpaten-Literatur: Lexikon zur deutschsprachigen Literatur aus Zentral- und Südosteuropa (2019). URL: https://dokalit.ikgs.de/muehle-arpad (Stand: 10.5.2024).

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